Mythen

Moderne intrauterine Verhütung, d.h. die Anwendung moderner Intrauterinpessare gilt heute nach der Meinung von Experten als eine der sichersten, schonendsten und kosteneffizientesten Verhütungsmethoden. Hinsichtlich der Anwenderzufriedenheit ist diese Methode am beliebtesten. Die meisten Frauen verlassen sich trotzdem auch heute noch auf andere, weniger zuverlässige Methoden. Der Grund liegt darin, dass viele irrtümlichen und veralteten Konzepte in Verbindung mit Intrauterinpessaren existieren, die trotz wissenschaftlicher Widerlegung weiterhin aushalten. Nachfolgend haben wir einige weit verbreiteten Mythen betreffend intrauterine Verhütungsmittel aufgezählt und im Lichte aktueller wissenschaftlicher Kenntnisse überprüft.

Intrauterine Verhütungsmittel entfalten ihre Wirkung durch einen Schwangerschaftsabbruch

Es ist wissenschaftlich belegt, dass intrauterine Verhütungsmittel ihre Wirkung vor der Einnistung der befruchteten Eizelle entfalten. Der Verhütungseffekt beruht neben Verhinderung der Einnistung überwiegend auf der verminderten Beweglichkeit, Überlebensfähigkeit und Befruchtungsfähigkeit der Spermien, wodurch sie den Eileiter nicht mehr erreichen und die Befruchtung gar nicht stattfindet. Deshalb wirken Intrauterinpessare durch Verhütung und nicht durch Schwangerschaftsabbruch. Dies gilt auch für die Anwendung der Intrauterinpessare als Notfallkontrazeptivum.

Intrauterinpessare erhöhen das Risiko sexuell übertragbarer Erkrankungen

Das Risiko sexuell übertragbarer Erkrankungen hängt mit der sexuellen Aktivität generell zusammen, ohne Rücksicht auf die angewendete Verhütungsmethode. Nur die Benutzung des Kondoms 
stellt einen effizienten Schutz vor den meisten sexuell übertragbaren Erkrankungen dar. Die Anwendung von Intrauterinpessaren erhöht das Risiko sexuell übertragbarer Erkrankungen nicht. Das Risiko der Entzündung des kleinen Beckens ist zweifellos höher, wenn das Intrauterinpessar bei vorhandener Infektion des Gebärmutterhalskanals eingesetzt wird. Deshalb wird die Anwenderin durch den Arzt vor dem Einsetzen auf derartige Infektionen untersucht.

Intrauterinpessare seien unangenehm für die Anwenderin und für den Partner

Intrauterinpessare sind klein, weich und flexibel und bei richtigem Einsetzen gar nicht zu empfinden. Da sie ins Gebärmutterinnere eingesetzt werden, stören sie beim Geschlechtsverkehr gar nicht. Lediglich die weichen Kontrollfäden hängen leicht in die Scheide hinein, diese können vom Partner beim Geschlechtsverkehr in ganz seltenen Fällen wahrgenommen werden. Diese Erscheinung ist nicht störend. Wenn die Fäden doch stören, ist mit dem Arzt Absprache zu halten und die Fäden sind, wenn möglich, abzukürzen.

Intrauterinpessare können bei jungen Frauen oder bei Frauen, die noch nicht entbunden haben, nicht angewendet werden

Die Ansicht, Intrauterinpessare können nur bei Frauen über 35 Jahren mit abgeschlossener Familienplanung angewendet werden, gilt heute bereits als überholt. Beispielsweise auch in den USA haben sich die Verschreibungskriterien für Intrauterinpessare geändert, die seit 2005 generell alle Frauen über 16 Jahren einschließen. Bei der Anwendung von Intrauterinpessaren normaler Größe kommen stärkere Monatsblutungen, Schmerzen oder Ausstoßung bei jungen Frauen und Frauen, die noch nicht entbunden haben, zweifellos häufiger vor. In solchen Fällen können Intrauterinpessare kleinerer Größe unter Berücksichtigung der bei diesen Frauen oft kleineren Gebärmutter helfen.

Intrauterinpessare verursachen eine Entzündung des kleinen Beckens

Nach dem heutigen Stand der Forschung steigt das Risiko für die Entzündung des kleinen Beckens nur im ersten Monat nach dem Einsetzen leicht an, weil möglicherweise Bakterien beim Einsetzen in den oberen Trakt des Genitalkanals geraten können. Dieses Risiko kann vom Arzt durch sachgemäßes Einsetzen sehr gering gehalten werden. Einen Monat nach dem Einsetzen besteht kein erhöhtes Risiko für die Beckenentzündung mehr.

Intrauterinpessare erhöhen das Risiko einer Eileiterschwangerschaft

Die Anwendung eines Intrauterinpessars reduziert tatsächlich wie jede andere Verhütungsmethode das Risiko einer Eileiterschwangerschaft gegenüber Frauen, die keine Verhütung anwenden. Wird jedoch eine Frau bei Anwendung eines Intrauterinpessars schwanger, so liegt das Risiko einer Eileiterschwangerschaft etwas höher, denn Intrauterinpessare verhindern die Entstehung einer normalen Schwangerschaft im Vergleich zu einer Eileiterschwangerschaft effizienter.